Working Equitation - traditionelle Reitweisen neu interpretiert

Das Zeitalter der Modernisierung und Industrialisierung hat dazu beigetragen, dass sie fast in Vergessenheit geraten sind: jahrhundertealte, traditionelle Reitweisen, deren Ursprung im Hüten und Treiben von Rindern und Herden verwurzelt ist. Die Reitdisziplin Working Equitation ist sozusagen die Renaissance der alten Arbeitsreitweisen und belebt diese auf erfrischende und abwechslungsreiche Weise wieder.

Mit diesem Artikel zum Thema möchten wir diese abwechslungsreiche, immer beliebter werdende Reitdisziplin mit hohem Spaßfaktor etwas näher vorstellen.

Was genau bedeutet Working Equitation?

Wortwörtlich übersetzt entspricht der Name dieser Disziplin im Deutschen dem Begriff "Arbeitsreitweise" und umfasst sämtliche alte Arbeitsreitweisen aus dem südeuropäischen Raum – insbesondere aus Portugal, Spanien, Italien und Frankreich. Auch das Westernreiten ist durch diese traditionellen Reitweisen geprägt, welche durch den Kolonialismus in den amerikanischen und australischen Raum gelangten.

Da die berittene, regional praktizierte landwirtschaftliche Arbeit in Form von Hüten und Treiben von Herdentieren keine überlebensnotwendige Tradition darstellte und bedingt durch Modernisierung und Fortschritt an Bedeutung verlor, wurde die Arbeitsreitweise lediglich von leidenschaftlichen Liebhabern weiter kultiviert und gepflegt. Aus dieser Leidenschaft hat sich die heutige Disziplin Working Equitation entwickelt, die die alten Reitweisen als Bestandteil von Kulturgut in einem modernen Kontext neu interpretiert.

Neben stilistischen Reitelementen fließen dabei auch weitere prägende Elemente mit ein, die das optische Bild traditioneller Reitkultur zusätzlich untermalen und zur Authentizität beitragen: der Kleidungsstil des Reiters. Das deutsche Workeroutfit gemäß Empfehlung sieht folgendermaßen aus: eine Kopfbedeckung in Form von Hut oder Helm), ein langärmeliges Hemd oder eine Bluse (weiß erlaubt), Weste oder Gehrock, Hose und Stiefel – möglichst in gedeckten Farben aufeinander abgestimmt. Das Outfit sollte schlicht, bequem und authentisch sein und nicht kostümiert oder aufgesetzt wirken.

Working Equitation im modernen Reitsport

Wie auch in allen anderen Disziplinen ist auch die Working Equitation durch internationale und nationale Verbände organisiert. Ausgehend von der Dachorganisation World Assotiation for Working Equitation (WAWE) mit Sitz in Portugal auf oberster Ebene wurden in nationalen Verbänden, Vereinen und Arbeitskreisen entsprechende Regelwerke entwickelt, um Turniere und Meisterschaften organisiert austragen zu können.

Seit 2008 hat die Arbeitsgemeinschaft Working Equitation Deutschland (AWED) erheblich dazu beigetragen, die Working Equitation als neue Turnierdisziplin in Deutschland zu etablieren und ist auch heute noch unabhängig aktiv, um für die Entwicklung und das Wohl der Anhänger eine wertvolle Unterstützung bieten zu können. Im Jahr 2012 wurde zusätzlich der Verein Working Equitation Deutschland eV (WED) ins Leben gerufen, der als offizielle Vertretung des Dachverbandes hierzulande fungiert und u.a. für die Ausrichtung von Meisterschaften und die Zusammenstellung von Nationalmannschaften verantwortlich ist. Es existierten bislang zwei Regelwerke: zum einen das des AWED und zum anderen das des WED e V. Beide wurden im Jahr 2016 zu einem gemeinsam gültigen Regelwerk zusammengefasst, welches die Arbeitsreitweise in eine Wettkampfdisziplin übersetzt, was im Turnierbetrieb maßgeblich ist.

Pferderassen, Disziplinen und Klassen

Welches Pferd?

In den Ursprungsländern der Working Equitation wurde diese traditionell mit Pferderassen gemeistert, die landestypisch speziell hierfür gezüchtet wurden – z.B. der Lusitano in Portugal, der Andalusier in Spanien oder die Camargue-Pferde in Frankreich. Heutzutage kommen von Kleinpferd bis Kaltblut verschiedenste Rassen zum Einsatz unter der Prämisse, dass vorzugsweise nationale Pferderassen zum Einsatz kommen.

Disziplinen und Klassen

Wettbewerbe finden in unterschiedlichen Klassen statt.
Hier gibt es insgesamt fünf Leistungsklassen:

  • WE – Einsteiger Klasse:
    Dressur und Dressurtrail
  • WA – Anfänger Klasse:
    Dressur, Dressurtrail
  • WL – Leichte Klasse:
    Dressur, Dressurtrail, Speedtrail, Rinderarbeit
  • WM – Mittlere Klasse:
    Dressur, Dressurtrail, Speedtrail, Rinderarbeit
  • WS – Schwere Klasse:
    Dressur, Dressurtrail, Speedtrail, Rinderarbeit

Wettbewerbe können je nach Leistungsklasse aus bis zu vier Einzeldisziplinen bestehen.

Das Endergebnis eines Wettbewerbs setzt sich somit aus der Summe der Punkte zusammen, die aus den im folgenden Abschnitt erläuterten Einzeldisziplinen erzielt werden können:

Dressurprüfung

Hier werden klassische Lektionen in Verbund mit Musik geritten, dessen Schwierigkeitsgrad sich an der Leistungsklasse der Prüfung orientiert.

Stil- oder Dressurtrail

Dieser Prüfungsteil besteht aus einem Trail-Parcours, der je nach Leistungsklasse 10-15 verschiedene Gangarten und Hindernisse enthalten kann. Diese Hindernisse – z.B Parallel-Slalom, Gatter oder Tore, Brücken oder Tonnen – müssen in einer festgelegten Reihenfolge absolviert werden. Gehorsam des Pferdes, die Bewältigung der gestellten Aufgaben und die Durchlässigkeit des Pferdes bilden hier den Fokus.

Speedtrail

Speedtrail wird in höheren Klassen praktiziert. Auch hier kommt ein Trailparcours zum Einsatz. Im Gegensatz zum Stil- oder Dressurtrail muss dieser Parcours auf Zeit absolviert werden. Fehler während der Überwindung der Hindernisse wirken sich in Form von Strafsekunden negativ auf die Gesamtzeit aus.

Rinderarbeit

Bei der Rinderarbeit besteht die Aufgabe darin, dass ein Reiter ein Rind aus einer Herde selektiert und dieses gemeinsam mit Helfern an eine bestimmte Position in der Halle oder auf dem Platz getrieben werden muss. Neben der absolvierten Zeit fließt auch die stilistische, korrekte Lösung dieser Aufgabe in die Bewertung ein.

Und wie steht Kieffer zur Working Equitation?

Als Sattelhersteller und Hersteller von hochwertigem Reitequipment mit nun fast 170 Jahren Firmengeschichte haben wir mit den Anhängern der Working Equitation eine große Gemeinsamkeit: die Liebe zur Tradition und zum Pferdesport.

Wir liefern das passende Equipment – auch für die Working Equitation

Wie in allen anderen Disziplinen des Reitsports, ist eine solide, hochwertige Ausrüstung ein wichtiger Eckpfeiler, um gut gewappnet zu sein und den Sport unter tierfreundlichen Aspekten erfolgreich betreiben zu können.

Die Grundausstattung erfordert in erster Linie einen passenden Sattel, eine gute Zäumung und das richtige Gebiss. Wir für unseren Teil sind für die Produktion hochwertiger Lederwaren verantwortlich.

Sättel

Da in der Working Equitation eine Vielfalt von Aufgaben, u.a. in Dressur und Trail, zu bewältigen sind, eignen sich folgende Satteltypen:

  • Dressursattel
  • Vielseitigkeitssattel
  • Wanderreitsattel
  • Barocksattel

An dieser Stelle möchten wir gern neu konzipierte Sättel aus unserem Sortiment vorstellen, die sich aufgrund ihrer Bauweise und Eigenschaften sehr gut in der Working Equitation einsetzen lassen.

Alle in der unten aufgeführten Übersicht genannten Sattelmodelle vom Dressur- bis zum Trekkingsattel eignen sich hervorragend für den Einsatz in der Working Equitation. Sie alle haben die Gemeinsamkeit, dass sie insbesondere für Pferde mit gut ausgeprägter Rückenmuskulatur und vergleichsweise kurzer Sattellage geeignet sind - folglich für sportliche und wendige Pferderassen, die in der Working Equitation "zuhause" sind.

Bei der Konzeption dieser Sättel war es uns besonders wichtig, diese anatomisch ausgewogen und schonend für den Pferderücken - kurzum pferdefreundlich - zu entwickeln. Besondere Merkmale liegen hierbei in der großzügigen Auflagefläche des Sattelkissens für eine rückenschonende Druckverteilung, einem breiten Wirbelsäulenkanal sowie in bestmöglicher Schulterbewegungsfreiheit, um das Pferd in seinem Wohlbefinden und somit geschmeidigen, dynamischen Bewegungsabläufen nicht einzuschränken. Der hochwertige, glasfaserverstärkte Sattelbaum mit geschmiedetem Kopfeisen lässt sich zudem beliebig oft verstellen ermöglicht somit uneingeschränkte Anpassbarkeit an anatomische Veränderungen.

Folgende Sattelmodelle eignen sich besonders gut für die Working Equitation

Dressursattel Göteborg

Dressursattel Göteborg

  • Mit zwei verschieden großen flexiblen Klettpauschen, die sich in Position und Winkelung einfach anpassen lassen
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Dressursattel Lexington

Dressursattel Lexington

  • Mit zwei verschieden großen flexiblen Klettpauschen, die sich in Position und Winkelung einfach anpassen lassen
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Dressursattel Rotterdam

Dressursattel Rotterdam

  • Mit weicher, großzügiger, anatomisch geformter Pausche für einen gefestigten und sicheren Sitz während dynamischer Bewegungsabläufe
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Dressursattel Brugge

Dressursattel Brugge

  • Mit weicher, großzügiger, anatomisch geformter Pausche für einen gefestigten und sicheren Sitz während dynamischer Bewegungsabläufe
  • Mit besonders breiter Auflagefläche in Trachtenbauweise mit Formkissen
  • Besonders gut geeignet für Pferderassen wie z.B. Ibero- und Arabo-Pferde, sportliche Haflinger, Friesen- und Barockpferde sowie leichtes Kaltblut
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Trekkingsattel kieffer´s Trail

Trekkingsattel Kieffer´s Trail

  • Mit besonders breiter Auflagefläche in Trachtenbauweise mit Formkissen
  • Für Gelände und Training
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Trekkingsattel Trekk Vario

Trekkingsattel Trekk Vario

  • Mit besonders breiter Auflagefläche in Trachtenbauweise mit Formkissen
  • Pauschen und Galerie komplett abnehmbar
  • Tieferer Sitz, der den zentrierten Sitz im Schwerpunkt unterstützt
  • Schmalere Taillierung
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